Die uralten Wasserräder an der Schwarzach
Donnerstag, 19.02.2026
Wanderführerin: Lisa/Roland Rikirsch 13 km
Alle Bilder der Wanderung unter folgendem Link:
https://photos.app.goo.gl/d4PoWosii1BrqZf6A

Ein richtiger Chaostag kann sich gaaanz langsam entwickeln: Seit Mitternacht schneit es und der Morgen begrüßt uns mit ca. 5 cm Neuschnee. Das ist doch nichts Besonderes, mag man denken! Denkste – wie bereits wiederholt geschildert sind wir ja alle nicht mehr die Jüngsten und da muss man sich schon genau überlegen, was man sich antut. Also klingeln so ab 8:00 Uhr die ersten Absagen mit steigender Frequenz ins Haus. Am Treffpunkt um halb neun schneit es immer noch und von den angemeldeten 20 Mitwanderern sind wir zu siebt. Das macht nichts, einige kommen ja gleich mit der S-Bahn zum Ausgangspunkt unserer Wanderung nach Katzwang, dann wird’s schon. Mit halbem Ohr bekommen wir vom Bahnsteiglautsprecher die Durchsage mit: „Die S-Bahn nach Roth fällt heute aus“! Oha, da kommt von der Nürnberger Seite keiner nach Katzwang, außer der Gisela, die kann hinlaufen. Gleich hinterher die Durchsage: „Die S-Bahn nach Nürnberg fällt heute aus“! Problem: Wie kommen wir denn nun nach Katzwang? Und was machen wir mit der Gisela? Die Anja kann ja sowieso nicht kommen, weil ja der Zug nicht fährt. Wir beraten kurz und beschließen, nach Limbach zu laufen und die Gisela soll da auch hinkommen. Wir müssen die Wasserräder in Schwarzach nun sowieso streichen, weil wir dazu über die Rednitz hinüber müssten, und das geht nur in Katzwang. Das würde unser geplantes Kilometerbudget mit dem Anmarsch von Schwabach aus bei weitem sprengen. Das Chaos ordnet sich: Wir treffen uns, wie verabredet mit Gisela am Bahnhof in Limbach. Während wir über den verloren gegangenen Schirm von Gisela debattieren ruft Anja an und teilt uns mit, dass sie, wie ursprünglich geplant am Bahnhof in Katzwang steht, und wo wir denn bleiben? Sie hat von den ausgefallenen Zügen nichts mitbekommen, weil sie von Mühlhof nach Katzwang gelaufen ist. Klar, mit ihren langen Beinen ist sie schneller als jede S-Bahn. Wir vereinbaren uns unterhalb vom Wasserberg, wo die Schwabach die letzten Meter zur Rednitz hinter sich bringt. Sie findet uns ganz einfach indem sie der nagelneuen Gelbstrich-Markierung unseres kurz vor der Einweihung stehenden „Schwabachtal-Wanderweges“ folgt. Das klappt prima! Nun, zu neunt, nehmen wir Fahrt auf und wandern im Schneetreiben immer der Rednitz folgend, nach Schaftnach, zum Döllinger. Die sind verwundert, weil wir eine Stunde zu früh dran sind! Aber auch das ist bei diesem Wetter kein Problem, wir können sogar unser Sitzplatzkontingent noch mir einigen autofahrenden Wetterflüchtlingen unserer Wanderzunft auffüllen. Heute ist Schaschliktag!

Superfrisch und butterweich, das ist nicht immer so. Draußen hätten wir währenddessen gut wandern können, es hat aufgehört zu schneien.
Gut erholt machen wir uns wieder auf den Weg. Petrus nimmt seine Arbeit auch wieder auf, er schüttelt die Betten von Frau Holle. Wir dachten, die ist eigentlich längst in Rente, aber offensichtlich kann sie sich trotzdem Angestellte leisten. Durch den Ort wandern wir hinunter zum Schaftnacher Wehr. Noch vor zwei Tagen hätte die durch den sehr hohen Wasserstand der Rednitz hier tosende Welle den Neid der gesamten Münchner Surferszene hervorgerufen. Heute ist die Welle schon wieder wesentlich zahmer. Auf dem Weg zurück zum Schwabacher Bahnhof bröckelt die eh schon kleine Gruppe immer mehr auseinander und den Bahnhof erreichen wir nur noch zu dritt. Leider konnten wir die Wasserräder an der Schwarzach nicht erleben, aber das Chaos ist gezähmt!
Text: Roland Rikirsch; Bilder: Roland Rikirsch und Henry Siggelkow