Donnerstag, 11.12.2025
Wanderführerin: Erna Beck, 12 km
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https://photos.app.goo.gl/i483tRkeUECQY8Sk9

Die Wanderungen mit Erna pflegen sich üblicherweise immer zu einem kulinarischen Spitzenerlebnis zu entwickeln. Das beginnt schon damit, dass wir bei ihr zu Hause in „Hosla“ mit einem üppigen Plätzchenbuffet und einer Verkostung ihrer neuesten hochprozentigen Kreationen empfangen werden. Für den Weg zu unserem Mittagsziel in „Neuhöflein“, wie unser Einkehrort eigentlich korrekt heißt, ist es unerheblich, ob es regnet oder schneit, oder ob die Sonne vom Himmel strahlt. Wir werden unsere Schritte immer ganz behutsam durch den teilweise tiefen Matsch und um die vielen Pfützen setzen, die von den Feldbesitzern mit ihren riesigen Traktoren aus den Wegen geknetet werden. Ganz besonders natürlich, in der jetzigen Jahreszeit, wo eigentlich eisiger Frost angesagt wäre und wir normalerweise trockenen Fußes unbeschwert und tief vermummt unseres Weges gehen könnten. Spätestens an den Fischweihern kurz vor „Neihiefla“ nutzen wir den Wegrain, um mit einigermaßen sauberem Schuhwerk, in die Gaststube der „Linde“ eintreten zu können. Ach ja, auf den letzten Metern ins Dorf begleitet uns sogar die Sonne, wogegen uns vorher das um diese Jahreszeit übliche Einheitsgrau der Wetterfrösche genügen musste.
In der Linde erwartet uns unser Männertrio mit Gerd, Heinz und Kuno. Die unschlagbaren Argumente aus der hiesigen Küche konnten sie nicht widerlegen und so haben sie sich mit dem Auto auf die verlockende Reise hierher begeben. Sie sind digital durchwegs auf der Höhe der Zeit und so war es für sie auch kein Problem, pünktlich hier an Ort und Stelle zu sein.
Der kulinarische Teil beginnt mit dem köstlichen Griebenschmalz und frischem, selbstgebackenem Bauernbrot als Appetizer auf Kosten des Hauses. Den Hauptgang stellt sich jeder selbst zusammen, wobei bei der Kombination der frischen Schlachtprodukte, wie Kesselfleisch, Blut-, Leber- oder Bratwurst alle Möglichkeiten offen sind. Greift man allerdings, wie Gerd, ganz unbedarft, zu der pauschal angebotenen „Schlachteplatte“ (bielefelderisch), muss man sich nicht wundern, dass einiges davon am Ende im Rucksack landen muss.
Rundum zufrieden treten wir wieder an die frische Luft vor der Linde. Hier wird die Gruppe neu gemischt. Karin beschließt, ihre erste Wanderung nach wochenlangen Kniebeschwerden vorsichtshalber hier enden zu lassen. Sie will nichts übertreiben. Heinz dagegen wird mit uns zusammen den Heimweg zu Fuß antreten und uns als Wandereinstand eine milde, flüssige Birne von der Südseite der Alpen kredenzen. Den Weg und seine ländlichen Tücken kennen wir, wir sind ihn bereits mehrfach in umgekehrter Richtung gewandert. Über Steinbach und durch den Haslacher Wald gelangen wir wieder nach „Hosla“ (Großhaslach) zurück.
Liebe Erna, das war heute wieder mal eine herrliche vorweihnachtliche Party mit dir. Dafür herzlichen Dank.
Text und Bilder: Roland Rikirsch