Auf dem Spalter Hopfenweg
Donnerstag, 04.12.2025
Wanderführerin: Lisa (Roland) Rikirsch, 10,5 km

Leicht benebelt entsteigen wir unseren Autos. Ganz oben, oberhalb von Massendorf, am Parkplatz an der Massendorfer Kapelle. Das soll nicht etwa heißen, dass wir uns während der Fahrt mit berauschenden Substanzen auseinandergesetzt hätten. Nein, hier, nur wenige Meter unterhalb der 500m Höhenlinie, ist die Nebelwand fast schon zum Greifen nahe. Gut erkennbar ist jedoch noch die kleine Kapelle aus dem 17./18. Jhd. und der rechts am Wegesrand im Gestrüpp stehende Sandstein-Bildstock aus dem frühen 17. Jhd. Den Nebel lassen wir über uns, geht es doch zunächst durch die Flurgemarkung „Alte Bürg“ und dann bis Mosbach, fast immer bergab. Etwas Aufmerksamkeit erfordert unser 25er Weg weil er dicht mit feuchtem Laub bedeckt ist und Wurzeln und sonstige Fußfallen darunter nur schwer erkennbar sind. An der Überquerung der Straße von Wasserzell nach Mosbach bewundern wir ein altes gusseisernes Kruzifix, welches sich leider auch durch ausgiebiges Studium der Spalter Liste der Flurdenkmäler nicht zeitlich einordnen lässt. Um ein Stück Asphaltstraße zu vermeiden verlassen wir den 25er Weg und gehen am Waldrand und dem Mosbach entlang einen wunderbaren, alleenartigen Feldweg bis ins Dorf Mosbach. Der Kern von Mosbach umfasst 14 historische Höfe aus der Zeit vom späten 18.Jhd. bis Anfang 19. Jhd. mit steilen Satteldächern mit Hopfenböden und Fachwerkgiebeln. Erwähnt wurde der Ort erstmals 1294. Das wohl älteste Gebäude dürfte die Nr. 14 sein, ein Sandsteinquaderbau mit der Jahreszahl 1772 und einem wunderbar geschmiedeten Pfeilgitterzaun als Abgrenzung des Bauerngartens zur Straße hin. Zielstrebig wenden wir uns nun der Nr. 10 zu, dem Gasthaus „Stache“ ebenfalls 18.Jhd. Ein Familienbetrieb mit Frau Stache in der Küche, dem Lebenspartner am Zapfhahn und der Nichte im Service. Schnell stellt sich heraus, dass der Betrieb optimal eingespielt ist und die Qualität der Speisen, die hier die Küche verlassen, mit anderen vielgepriesenen Lokalitäten locker mithalten kann. Und das zu Preisen, wo sich der Geldbeutel in der Hosentasche vor Freude schüttelt.

Rundum zufrieden verlassen wir diesen gastlichen Ort, nicht ohne dem am Austragshäuschen der Nr. 8 seit 1750 am Kreuz hängenden Herrn nochmal ehrfürchtig zu danken.
Unser Hopfenweg bringt uns nun durch den Wald hinüber nach Güsseldorf. An der kleinen Kapelle am Ortseingang opfert Helga ihren selbst angesetzten Walnusslikör. Nein, nicht etwa den in solchen Gedenkstätten verehrten Persönlichkeiten, ihren Mitwanderern, uns! Der kurze Weg hinunter nach Engelhof ist nun ein Spaziergang. Am Gusseisernen Kruzifix von 1920 bereite ich die Wandergemeinschaft darauf vor, dass wir im folgenden Anstieg, hinauf nach Masssendorf reuig Buße tun werden. Letzte Gelegenheit dazu ist natürlich auch noch am Parkplatz in der kleinen Kapelle von Massendorf, bevor wir uns mit den Autos wieder aus dem mittlerweile lichter gewordenen Nebel machen.
Text und Bilder: Roland Rikirsch
Alle Bilder zur Wanderung findet ihr im Link, einfach anklicken.