Fränkischer Albverein Schwabach e.V.

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Unter dem Link findet ihr alle Bilder der Wanderung!

Wanderführerin: Lisa Rikirsch, 12 km

Unsere Wanderführerin versichert mir, wie gerne sie die Wanderung für euch geführt hätte. Ich freue mich, dass ich sie heute vertreten darf, weil sie sich derzeit noch zur „Reha“ in der Erler Klinik in Nürnberg befindet.
Mit einer stattlichen Wandergruppe von über zwanzig Personen fahren wir mit der S-Bahn, beliebt als derzeit pünktlichstes Verkehrsmittel der Bahn, nach Roth. Sie hat ca. 15 Minuten Verspätung und damit ist unser geplanter 605er Anschlussbus nach Rothaurach weg. Die Stadt Roth scheint sich allerdings den Gegebenheiten der Bahn clever angepasst zu haben, nach dem Motto: Wenn ein Zug ankommt lassen wir einen Anschlussbus fahren. Wir sprinten aus unserer verspäteten S-Bahn, steigen in den bereitstehenden 682er Bus, Türen zu und ab. Auch die Routen und Haltestellen der Busse wirken sehr intuitiv, soll unser Bus doch in „Rothaurach Ost“ enden. Ein junger, „Eingeborener“ Rothauracher klärt uns auf: Wo wollen Sie denn hin? Schwabacher Straße – klar, da hält der auch. Diese Auskunft konnte mir der Busfahrer allerdings nicht verbindlich geben.
Angekommen, alle herzlich willkommen geheißen, Neulinge besonders herzlich, und schon geht es auf Tour. Unten im Tal, an der Aurachbrücke biegen wir links zur Mühle ab. Eine Inschrift weist auf die Entstehung von 1921 bis 1926 hin, wobei davon auszugehen ist, dass es die Mühle, evtl. auch als Sägemühle, schon viel früher gab. Sie sorgte bereits vor dem Anschluss an das Stromnetz des „FÜW“ in den 1950er Jahren für die Stromversorgung der örtlichen Häuser.
Immer dicht neben der Aurach folgen wir dem romantischen Steig flussaufwärts. Biberdämme und eingefallene Biberburgen zeugen von der regen Aktivität der einstigen Landschaftsarchitekten, wobei neuere Hinweise auf deren Tätigkeit leider nicht mehr zu erkennen sind. Die herrliche Herbstfärbung und das sprichwörtliche „Lisawetter“ unterstreichen unseren Entschluss, diese herrliche Wanderung nach exakt 10 Jahren heute wieder mal anzubieten.
Eine kurze Pause ist nun an der Hebresmühle angesagt. Ihr Ursprung liegt im 14. Jhd. oder früher. Erstmalig urkundlich erwähnt wird die „Halbmansmule“ im Jahr 1382, als Arnold von Seckendorff und sein Bruder die Mühle an die Burggrafschaft Nürnberg verkauften. Die Mahl- und Sägemühle wurde auch lange Zeit als Ölschlagmühle betrieben. Der Mahlbetrieb wurde in den 60iger Jahren eingestellt. Durch ein kurzes Waldstück gelangen wir nun nach Breitenlohe, „Brandla“ steht auf einer Zeichnung im Buswartehäuschen. Entlang der Felder jenseits der Straße nach Ottersdorf, und durch ein kurzes Waldstück finden wir uns am Sportgelände von Büchenbach ein. Plätze für unsere mittlerweile verdiente Mittagsrast sind im Gasthaus Heyder vorbestellt. Wir dinieren im „blauen Salong“. Mit Gänsebraten, Karpfen, Schaschlik und anderen Köstlichkeiten lassen wir es uns gut gehen.


Einige Mitwanderer entschließen sich, nach dem Essen die kurze Variante zum Bahnhof in Büchenbach zu gehen, als mit der Gruppe auf neuen Wegen nach Rothaurach zurück zu wandern. Kann ich die allseits vermisste Wanderführerin doch nicht adäquat ersetzen, oder war die Wanderung zu einfach, oder gar langweilig? Viele Gedanken rasen durch die schier endlosen Windungen in meinem Gehirn. Also schare ich die verbliebenen Wanderinnen und Wanderer um mich, um sie auf einem romantischen und verschlungenen Waldpfad zurück nach Rothaurach zu führen. Erst zu Hause wird mir bewusst, dass ich versäumt habe, darauf hinzuweisen, dass der Gruppenfahrschein in meiner Hosentasche steckt und es möglich sein könnte, dass der Eine oder Andere, nun möglicherweise als „Schwarzfahrer“ das eh schon negative Betriebsergebnis der Bahn noch weiter verschlechtert. Ich tröste mich damit, dass derartige Unwägbarkeiten nicht zum Verantwortungsbereich des Wanderführers gehören, sondern dem Prinzip, „Jeder ist für sich selbst verantwortlich“, unterliegen.

Text: Roland Rikirsch

Bilder: Roland Rikirsch und Henry Siggelkow

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